Ein Blick auf die Rückseite der Leinwand (in German)
Christiane KÖNig
Synopsis "Ein Blick auf die Rückseite der Leinwand (in German)"
Die Studie liefert einen genderorientierten Beitrag zur aktuellen kulturwissenschaftlichen Debatte uber den Film. Sie untersucht kritisch-dekonstruktiv die Reprasentationsformen von Weiblichkeit im klassisch-narrativen Kino, wie beispielsweise an Gary Marshalls romantischer Komoedie "Pretty Woman" oder auch Jon Amiels, scheinbar mit dem Bild starker Weiblichkeit operierenden Polizeithriller "Copykill". Gemass kultureller Normen reguliert der filmische Diskurs Weiblichkeit durch Mechanismen, deren Naturalisierungseffekte sie jenseits bedeutungskonstitutiver Funktion unhintergehbar als 'das Andere' reprasentieren. Wenn aber die Effekte zur selbstbegrundenden Stabilisierung des Dispositivs generiert sind, zeugt dies von der eigenen Imperfektibilitat. Aus dieser Erkenntnis schreibt die Studie widerstandige filmische Praktiken fort, die sich als kritisches Wi(e)derlesen kultureller Meister-Erzahlungen verstehen. Filme wie Sally Potters "Orlando", Susan Streitfelds "Female Perversions" sowie Yvonne Rainers "Murder and murder" reflektieren im Prozess ihrer Bedeutungskonstitution die problematische Reprasentabilitat von Weiblichkeit. Diese ist bereits widerspruchlich in dem Masse konstituiert, wie Frauen in westlichen Kulturen immer schon gesellschaftliche Subjekte und zugleich Reprasentationen des 'Anderen', 'Objekthaften' sind.